Die Reserve Bank of Australia erhöhte am Dienstag, dem 3. November, ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,85 Prozent und erklärte, die Inflation sei weiterhin hoch und die Aussichten hätten sich verschlechtert.
Der Leitzins liegt nun auf dem höchsten Stand seit 2008. Es war die fünfte Erhöhung in diesem Jahr. Der geldpolitische Ausschuss war uneins.
Sechs Mitglieder sprachen sich für die Erhöhung aus. Drei bevorzugten es, den Leitzins bei 4,60 Prozent zu belassen. Die jährliche Inflationsrate der Verbraucherpreise in Australien erreichte im September 4,3 Prozent, nach 4,0 Prozent im August.
Dies verstärkte die Sorge, dass sich die Preissteigerungen nur schwer eindämmen ließen. Die RBA erklärte, die Inflation wirke sich auf viele Bereiche aus. Sie hob ihre Prognosen deutlich an und verwies dabei unter anderem auf höhere Kraftstoff- und Rohstoffpreise.
Nun rechnet sie damit, dass die Inflation während eines Großteils des Jahres 2027 hoch bleibt. Die Rückkehr in den Zielkorridor von 2 bis 3 Prozent wird nun erst für Ende 2027 erwartet. Höhere Zinsen können Kredite für Haushalte und Unternehmen verteuern.
Wie stark Kreditnehmer davon betroffen sein werden, hängt davon ab, wie die Kreditgeber reagieren. Die Entscheidung lässt die Verantwortlichen weiterhin zwischen dem Risiko anhaltender Inflation und den Auswirkungen einer restriktiveren Geldpolitik auf die Wirtschaftstätigkeit abwägen.