Der Senat Paraguays nahm am Freitag, dem 6. November, das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Santiago Peña wieder auf, nachdem sein Rücktrittsgesuch im Zuge des Zusammenbruchs der Ueno Bank nicht angenommen worden war, was die Unsicherheit darüber verstärkte, wer das Land führen wird.
Die Abgeordnetenkammer hatte mit 78 zu 0 Stimmen für die Zulassung der Anklagepunkte gestimmt. Anschließend brachten die Abgeordneten den Fall trotz Peñas Rücktrittsversuchs vor den Senat. Die Senatoren lehnten seinen Antrag auf 72 weitere Stunden zur Vorbereitung seiner Verteidigung mit 39 zu 3 Stimmen ab.
Peña erschien nicht zum Beginn der Anhörung. Die Senatoren setzten das Verfahren fort und prüften die Beweise. Seine Anwälte argumentierten später, ihm sei zu wenig Zeit zur Vorbereitung eingeräumt worden.
Sie stellten die Fairness des weiteren Vorgehens infrage. Die Krise verschärfte sich, nachdem die Zentralbank Paraguays die Kontrolle über Ueno übernommen hatte, einen bedeutenden digitalen Kreditgeber. Die Bank erklärte, dass die vorgeschriebenen Finanzreserven deutlich zu niedrig seien.
Millionen Kunden waren betroffen und konnten nicht auf ihre Konten oder Ersparnisse zugreifen. Die Lage der Bank und ihr Umgang mit öffentlichen Geldern gerieten in den Fokus. Peña hatte bis zum vergangenen Jahr eine Beteiligung an der Muttergesellschaft von Ueno gehalten.
Abgeordnete haben Vorwürfe wegen Interessenkonflikten und Versäumnissen der Aufsichtsbehörden erhoben. Dabei handelt es sich weiterhin um Vorwürfe, nicht um Schuldfeststellungen. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zum Zusammenbruch der Bank aufgenommen.
Hochrangige Amtsträger sind zurückgetreten. Die Beratungen des Senats wurden am Freitag fortgesetzt. Peñas politische Zukunft und die Führung des Landes blieben ungeklärt.